Herr Wolf besucht unsere Vorbereitungsklasse

Unterricht mit wenig Worten
Zu Besuch in der Vorbereitungsklasse der Michel- Buck- Schule

„Dürften wir einmal sehen, wie Sie das machen?“, war die Anfrage von Frau Mildenberger, bei der Stadt Ehingen für die Schule zuständig, an Birgit Schoenenberger, Lehrerin einer der beiden Vorbereitungsklassen an der Michel- Buck- Schule in Ehingen. 100_7862
So bekam die Klasse am 1. Juni Besuch von Anja Mildenberger und von Herrn Wolf, dem zweiten Bürgermeister der Stadt und damit auch Verantwortlichen für den schulischen Bereich. Freudig wurden die beiden mit einem „guten Morgen, alle zusammen“ von den 20 Kinder der Klasse begrüßt. Die 6 – 12- jährigen zeigten dann im Morgenkreis, was gerade gelernt wird. Nach einem „Guten Morgen“ in vielen Sprachen und einem lebhaften „Hallo, wie geht’s“ wurden die Wochentage wiederholt und an der Tafel der heutige Tag markiert.
Dann begann die selbständige Arbeit für die Kinder, die zum Teil erst wenige Tage in der Klasse sind: Das Erlernen der deutschen Buchstaben. Die große Heterogenität wurde durch individuelles Arbeiten aufgefangen, jedes Kind arbeitete an „seinem“ Buchstaben, nebenher wird gelesen. Eine Herausforderung für die Klassenlehrerin, jedem sein Material zu richten, zu helfen und zu loben und gleichzeitig für eine ruhige Atmosphäre zu sorgen. Denn in der Klasse arbeiten an den vier verschiedenen Gruppentischen vom noch nicht schulfähigen Vorschüler bis zum angehenden Gymnasiasten alle Kinder mit großem Eifer.  Alle Kinder, die ohne Sprachkenntnisse nach Ehingen in den Einzugsbereich der Schule kommen, werden hier aufgefangen, auch Kinder mit Behinderungen oder Kinde100_7861r aus unvollständigen oder psychisch sehr belasteten Familien. Alle Kinder mussten die Entwurzelung aus ihrer Heimat und den Neuanfang in einem fremden Land und einer fremden Sprache bewerkstelligen.
Herr Bürgermeister Wolf und Frau Mildenberger ließen es sich nicht nehmen, selbst mit anzupacken und Kindern beim Lesen zu helfen, die deutschen Worte zu sagen und zu ermutigen. In der nachfolgenden Pause blieb Gelegenheit zu einem produktiven Austausch über die Bedingungen und besonderen Probleme der Klasse, Zeit für Wünsche und Anregungen, die die beiden gerne mit ins Rathaus nahmen. Besonders wichtig wäre der Klassenlehrerin Hilfe durch ehrenamtliche Begleiter, die den Kindern beim Lesen und Lernen behilflich sind. Interessenten dürfen sich jederzeit gerne an der Schule melden. Fremdsprachenkenntnisse sind dafür nicht erforderlich, lediglich etwa Zeit am Vormittag und die Bereitschaft, sich auf die Kinder einzulassen.